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Schulhofbemalung
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1.Organisatorischer
Ablauf
Farben
Schutzausrüstung
Pinsel
und Spritzapparat
Farbpaletten
Großformatiges
Papier für Schablonen
2.Gestalterischer
Ablauf
3.Wandbemalung
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1.Organisatorischer
Ablauf
Innerhalb dieses
Abschnitts wird beschrieben, welche Vorarbeiten der Lehrer,
Erzieher oder Leiter der Malaktion allein oder mit Kindern vor
Beginn der Malaktion erledigen sollte.
Zum
großflächigen Malen benötigt Ihr Farben, Pinsel,
Schutzkleidung, Papier für Schablonen, Farbtöpfe und
einiges mehr. Wir haben manches kostengünstig bzw. kostenlos
aufgetrieben, vielleicht hilft Euch der eine oder andere Tipp:
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1.1. Farben
Zum Streichen haben
wir Abtönfarbe aus dem Baumarkt verwendet. Fünf
Farbtöne genügen: weiß, gelb, rot, blau und
schwarz. Alle anderen Farbtöne lassen sich aus diesen
Grundfarben ermischen. Wenn die Wand oder die Bodenfläche viel Grün enthielt, haben wir der Einfachheit halber auch Grün eingekauft.Achtet beim Kauf der Farben auf die
Bezeichnung: wetterfest und scheuerfest, dann hält die
Farbe ein paar Jahre auf dem Teer.
Die Farbe hält
noch besser, wenn der Teer vor der Malaktion mit einem
Hochdruckreiniger (vielleicht helfen die Herrn vom Bauhof?) oder
mit einem Wasserschlauch und Schrubbürsten grundgereinigt
wird.
Die
weißen Fahrbahnmarkierungen für unseren Verkehrsgarten
haben wir mit der Farbe der Profis gespritzt. Nach einem Anruf bei
der Straßenmeisterei war der Leiter so nett, uns einen Kübel
für unser Projekt zu spenden.
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1.2.
Schutzausrüstung
Wenn's bunt hergeht,
vor allem mit den hier verwendeten Farben, muß ein Schutz
für die guten Kleider und gegen's Gift her. In manchen
Baumärkten gibt es Einweg-Overalls für knappe
10.-DM das Stück. Wir hatten durch Zufall erfahren, daß
eine große Industriefirma für interne
Reinigungsarbeiten solche Overalls auf Lager hat. Nach einem Anruf
war der Chef vom Einkauf so nett, uns fünfzehn Overalls gegen
eine Spendenbescheinigung zu schenken. Die Farbe der
Straßenmeisterei hat einen gewaltigen Nachteil: Sie enthält
Nitroverdünnung und ist deshalb beim Spritzen und Streichen
gesundheitsschädlich. Gummihandschuhe und eine
Gasmaske mit Aktivkohlefilter waren deshalb unumgänglich.
Diese Sachen haben wir über den Technik-Etat unserer Schule
angeschafft, die Maske wird nun bei Lackierungsarbeiten im
Technikunterricht verwendet.
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1.3. Pinsel und
Spritzapparat
Wir
haben pro eingesetztem Schüler einen schmalen und einen
breiten Pinsel benutzt (2,5 cm und 8 cm breit). Zum Spritzen
der Fahrbahnmarkierungen hatten wir einen kleinen Kompressor mit
Spritzpistolenaufsatz. Die Farbe der Straßenmeisterei ist
sehr dickflüssig. Wir haben sie deshalb mit Nitroverdünnung
verdünnt. Besser wäre vielleicht gewesen, die Farbe mit
der Unterbodenschutz-Spritze zu versprühen.
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1.4.
Farbpaletten
Die Mischfarben haben
wir in Eimerchen angemischt und dann in Blechteller
verteilt. Konservendosen ohne Deckel hätten denselben
Zweck erfüllt. Wichtig: scharfe Kanten der Dose mit
einer Zange nach innen quetschen, damit sich die Kids nicht
verletzen.
Die
Pinsel werden zwischendurch am besten in zwei bis drei
niedrigen Wassereimern ausgewaschen, bzw. in einen Eimer, der
einige Finger breit mit Wasser gefüllt ist, geworfen, damit
sie nicht eintrocknen.
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1.5.
Großformatiges Papier für Schablonen
Wir
hatten das Glück, eine Papierfabrik im Nachbarort zu haben,
von der wir 2,50m breite Packpapierrollen geschenkt bekamen.
So konnten wir unsere Schablonen aus einem Stück schneiden.
Für große Schablonen haben wir zwei oder drei Bahnen
aneinandergeklebt. Eine andere Bezugsquelle sind
Rollenoffset-Druckereien, die bis zu 1,20m breite
Abfallpapierrollen abgeben. Wenn man nett fragt, bekommt man
vielleicht sogar noch eine Rolle doppelseitiges Klebeband
geschenkt, mit dem die Papierbahnen aneinander geklebt werden. Das
Papier sollte möglichst stabil sein (100gr/m² oder
mehr). Die Gefahr, daß die Schablone einreißt, ist
dann geringer. Läßt sich das alles nicht auftreiben,
müßt Ihr eben Tapetenrollen aneinander kleben.
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2.Gestalterischer
Ablauf
Zuerst haben wir einen
Gesamtplan für die Hofgestaltung erstellt, der in der
Detailausarbeitung dann immer weiter verändert wurde. Als
Vorlage diente eine Kopie aus der "Projektstunde" vom
ALS-Verlag. Hier wurde ein Verkehrsübungsplatz auf den
Schulhof gemalt. Diese Idee haben wir übernommen und etwas
modifiziert.
In die Inseln wurden
Hüpf- und Wurfspiele geplant. Aus Kinder- und Rätselbüchern
haben wir Vorlagen gesucht und zu Pausenspielen umgearbeitet.
Die Pläne der
Kinder habe ich etwas überarbeitet und eine Folie für
den Tageslichtprojektor davon hergestellt. Hier muss der Lehrer
den Maßstab berechnen und die Raumeinteilung vornehmen oder
von Schülern höherer Klassen berechnen lassen.
Schließlich müssen die Hüpfspiele an die
Schrittlänge und die Füße der Kinder angepasst
sein.
Die zusammengeklebten
Papierbahnen haben wir im Klassenzimmer an eine Wand geklebt (Tesa
Pack--geht spurlos wieder weg, wenn die Farbe der Wand nicht lose
ist -- unbedingt vorher an einer unauffälligen Stelle testen
- sonst gibts Ärger mit dem Rektor ;-)
Mit dickerem Edding
haben die Schüler nun die Konturen in der Projektion
nachgemalt. (Vorsicht! Wenn das Makulaturpapier zu dünn ist,
kann der Edding auf die Wand durchschlagen! Vorher testen!)
Die große
Papierschablone wurde vorsichtig zusammengerollt, draußen im
Hof wieder ausgebreitet und die äußere Kontur
geschnitten. Damit konnte dann die äußere Kontur der
Figur auf dem Schulhof mit Tafelkreide umfahren werden.
Nach dem Prinzip der
verlorenen Platte haben wir dann von der Schablone
immer mehr abgeschnitten und das Bild so Stück für Stück
auf den Hof übertragen.
Ich
habe dann in jedes Feld mit farbiger Tafelkreide die
Farbbezeichnung geschrieben, die Schüler eingeteilt und es
konnte losgehen.
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Wandbemalung
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Die Wandbemalung
erfolgte im Prinzip wie die Schulhofbemalung. Zuerst wurde
eine Vorlage gesucht, die auf eine Tageslichtfolie kopiert wurde.
Diese Tageslichtfolie
haben wir direkt an die Wand proiiziert und mit schwarzen Edding
nachgezeichnet. Es empfiehlt sich, diese Arbeit in den
Wintermonaten oder bei stark bewölktem Himmel durchzuführen.
Die Projektion ist dann um einiges besser sichtbar.
In der ersten Phase
war ich so vorsichtig und habe die Vorzeichnung nur mit Blei
zeichnen lassen. Der Effekt war, dass die Schüler ungenau
gearbeitet haben und die Bleistiftstriche kaum erkennbar waren.
Nachdem ich etwas mutiger an die Wände herangegangen bin
(nach dem Motto: Wenns nix wird, streicht man halt mit der
Rolle zweimal weiss drüber!) habe ich schwarze Eddings
verwendet und wie man auf den Bildern sieht: wir habens nicht
bereut.
Fehlstriche werden von
der Dispersionsfarbe mit zwei Lagen gut abgedeckt.
Für die Malaktion
haben wir zum Bodenschutz Silofolie aus dem Landhandel verwendet.
Die dünnen Abdeckfolien aus den Baumärkten sind
untauglich. Sie stellen eine Rutschgefahr für die Schüler
dar und die Kids verwickeln ihre Schuhe darin, sodass am Ende eher
Farbe verschüttet wird, als dass man den Boden geschützt
hätte. Die Farbe haben wir in Blechtellern angerührt.
Kunststoffteller wären auch geeignet. Mittlerweile habe ich
1kg-Joghurtbecher gesammelt, die ich bei der nächsten Aktion
verwenden will: Vorteil: Deckel drauf und aufgeräumt! Die
Metallteller mussten wir immer am Dreckwaschbecken im Keller
auswaschen. Wenn man diese Aktion im Klassenzimmer durchführt,
kann man anschließend den Platz ums Waschbecken herum
ebenfalls neu streichen ;-)
Und übrigens: Die
Wandbemalung soll die Schule schmücken. Ich habe daher auch -
wie wahrscheinlich auf den Bildern zu erkennen ist - immer selbst
korrigierend mit dem Pinsel eingegriffen und auch den
Schlussfirnis darübergelegt.
Pädagogische
Begründung: Die beteiligten Schüler sollen auf das, was
sie geschaffen haben, stolz sein. Wenn der Lehrer dann noch ein
paar Schatten drübergelegt hat, tut das dieser Stimmung
keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die Kids sind fast geplatzt.
(Vor Stolz).
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w.autenrieth 2001
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